Am 04.02.2026 fand unsere Veranstaltung „Wohnen im Achental“ statt. Dazu hatten wir als Redner den Bürgermeister der Marktgemeinde Grassau Stefan Kattari und den stellvertretenden Kreisvorsitzenden der SPD, Tobias Gasteiger, Sprecher der Arbeitsgruppe Wohnen, zu Gast.
Stefan Kattari schilderte die Situation und Herangehensweise der Marktgemeinde Grassau. Er betonte, dass Wohnen mehr ist als die Nutzung von Wohnraum, für viele Menschen geht es um Heimat und Familie. Daher ist es wichtig die unterschiedlichen Lebenssituationen von Menschen zu betrachten und zuzuhören, statt zu urteilen. Für Grassau stand daher eine Wohnraumbedarfsanalyse an erster Stelle. Mit den gewonnenen Erkenntnissen, es fehlt primär an Mietwohnungen, geht die Marktgemeinde nun gezielt auf Genossenschaften und private Investoren zu, um dem Bedarf der Bürger zu folgen und nicht den Interessen des Marktes. Zudem sei es Grassau gelungen mehrere Zweitwohnungen wieder zu Erstwohnungen zu wandeln und damit wieder Menschen vor Ort zur Verfügung zu stellen.
Tobias Gasteiger betonte, dass sich die SPD im Landkreis Traunstein für ein Kompetenzzentrum Wohnen einsetze. Dieses soll Gemeinden in der komplexen Gemengelage an Fördermöglichkeiten beraten, Bürger informieren und Menschen vernetzen, die gemeinsam Wohnraum schaffen wollen. Es brauche zudem einen flächendeckenden Mietspiegel und eine aktive Bodenpolitik mit Nachverdichtung statt Flächenverbrauch. Bezahlbarer Wohnraum in öffentlicher oder gemeinnütziger Hand, zum Beispiel über „Genossenschaftliches Bauen“ ist dabei ein bevorzugter Ansatz. Durch genossenschaftliche und gemeinschaftliche Bauprojekte können weitere sozialpolitische Themen wie Nachbarschaftshilfe und generationsübergreifendes Wohnen ermöglicht werden.
Die Rote Liste Übersee setzt sich dafür ein, auch in Übersee den Bedarf für Wohnraum zu ermitteln und gezielt danach zu handeln. Nutzung bestehenden Wohnraums soll dabei in den Fokus rücken und ortsprägende Gebäude weitergenutzt werden. Ebenfalls möchten wir Menschen fördern die gemeinschaftliche Projekte anstoßen und umsetzen wollen. Eine aktive Wohnraumpolitik orientiert sich für uns am Bedarf der Bürger und lässt auch der nächsten Generation noch Möglichkeiten zur Entfaltung.